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Wie bringe ich Afrika-Feeling nach D? Mit Landy!
Darf ich vorstellen, das ist Landy: ein Land Rover Serie IIA, 88″, Baujahr 1967, Rechtslenker, in klassisch Bronze Green & Limestone Truckcab Roof, offener Ladefläche, kleinen runden Außenspiegeln und viel Patina.
Als wir nach den ersten zwei Jahren meiner Selbstständigkeit merkten, dass es wohl aufgrund laufender Projekte und finanziell nicht mehr so einfach sein würde, auf lange, weite Reisen zu gehen, überlegten wir, wie wir, bis es wieder möglich wäre, das Abenteuer- und Afrika-Feeling ein bisschen nach Deutschland holen könnten – und das geht am besten mit einem Landy! Nicht umsonst ist das Motto von Land Rover: ONE LIFE LIVE IT!
In einem Verkaufsportal fanden wir in Iserlohn ein vielversprechendes Exemplar – also ab nach Iserlohn. Wir kamen auf ein wunderschönes Landgut und dort stand er: es war Liebe auf den ersten Blick! Auch nach Probefahrt und Gespräch mit dem kompetenten und netten Verkäufer, einem Oldtimer-Experten, war schnell klar – dieser „Daktari“-Landy ist unserer!
Der Kauf war der Beginn einer 12-jährigen liebevollen Beziehung 🙂 geprägt voller unvergesslicher, spannender, beglückender Fahrten über unsere Heimat, die Schwäbische Alb. Meist abseits der Straßen über Feld- und Waldwege knattern – zum Feierabend, auf ein Oldtimer-Treffen oder als Tagestour – war für uns ein Abtauchen in die Natur, Austausch mit Gleichgesinnten und Erholung pur. Und noch viel mehr: Wir waren frei! Ohne Truckcap, ohne Seitenfenster, ohne Sicherheitsgurt, einfach nur komplett offen in diesem wunderschönen alten Fahrzeug zu sitzen und uns treiben lassen – be wild & free! Allein das Fahren des Landy war schon ein Abenteuer: Als Rechtslenker und entgegen modernen Fahrzeugen musste man Landy immer mit kleinen Lenkbewegungen in der Spur halten und die ersten beiden Gänge mit Zwischengas schalten.
Warum er für uns so wichtig war
Sobald ich im Landy saß, seinen Geruch von mineralischem Oldtimer-Öl wahrnahm und Stefan den Motor starteten, war ich in einer anderen Welt:
Ich liebte es, meist als Beifahrer neben Stefan zu sitzen, der Sonne entgegenzufahren, den Wind im Gesicht zu spüren und dabei die Landschaft, Farben und das Licht um mich herum in mir aufzusaugen. Oder bei einem plötzlichen Gewitter mit Regenjacke im offenen Landy zu sitzen und an der roten Ampel stehend dann von oben geduscht zu werden. Oder irgendwo im Nirgendwo an einem einsamen Platz zu stehen, unsere Zweisamkeit, den Ausblick und Sundowner zu genießen. Oder über unwegsames Gelände zu fahren und dabei gar nicht so genau zu wissen, wo man rauskommt. All diese großen und kleinen Momente sind es, die ich brauche und die wir auch mit unseren vielen Reisen in Erinnerung bringen. Darum war er so wichtig für uns.
Unsere Freundin Babs sagte einmal: „Sobald Du im Landy sitzt, strahlt Dein ganzes Gesicht!“ Also wie schon vermutet: ich bin wohl immer mit einem breiten Grinsen durch die Gegend gefahren 😉
Vision realisieren 1. Schritt – „So tun als ob“
Nach unserer Entscheidung zu unserem neuen Abenteuer Lebenslust wurde uns so richtig bewusst, dass es Landy war, der uns während der letzten Jahre zu Größerem begleitet und geführt hat. Das mag seltsam klingen, doch wir haben uns damals beim Kauf entgegen der Vernunft und nur mit dem Herzen für ihn entschieden. Weil wir spürten, dass er uns guttut. Er hat uns unsere Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit nie vergessen und immer wieder leben lassen. Er war die erste Stufe der Umsetzung unserer Vision und hat uns darin bestärkt, auf den Ruf unserer Seele zu hören.
Ich hatte mal in einem Buch von „So tun als ob“ gelesen. Bedeutet: das, was man sich wünscht, schon jetzt im möglichen Rahmen zum Leben zu erwecken. Und das haben wir mit Landy gemacht – wir haben mit ihm so getan, als ob wir schon als freie Overlander in Afrika unterwegs sind und haben die Freiheit der Gegenwart genossen – wir haben unsere Vision im ersten kleinen Schritt umgesetzt und sie damit im Alltag nie aus den Augen verloren.
Goodbye dear friend
Unseren Landy loszulassen, war somit auch der schwerste Schritt, den unsere Entscheidung forderte. In Thomas, dem Schwager eines Bekannten, fanden wir jedoch einen perfekten Käufer. Oldtimer-Besitzer mit Liebe und Garage für ein solches Fahrzeug. Nur über Telefon den Kauf besprochen, kam er zur Übergabe mit Anhänger von Norddeutschland nach Hohenstadt. Wir wollten mit ihm noch eine ausgiebige Probefahrt über die Alb machen, doch an dem Tag regnete es wie aus Kübeln. Für mich war es sentimental gesprochen, als weinte auch der Himmel zum Abschied. Nach einer kleinen Fahrtrunde war es dann so weit: ein letztes Mal fuhr Stefan unseren Landy auf den Anhänger und dann rollte er festgeschnallt den weiten Weg aus dem Schwabenland in sein neues Revier nach Oldenburg. Abschied tut scheußlich weh – auch wenn er „nur“ von einem Fahrzeug ist.
An diesem Tag begannen das große Reduzieren und Loslassen für unser Abenteuer Lebenslust – wie es damit weiter ging und was dies mit uns machte, kannst Du im Blog-Artikel „Altes Leben in 4 Koffern & ab ins Abenteuer Lebenslust“ lesen.
Mögliche Fragen für Deine persönliche Entdeckungsreise:
Wie könntest Du Deine Vision in einem ersten kleinen Schritt beginnen umzusetzen?
Kannst Du Dir vorstellen, wie es sich anfühlt, Deine Vision zu leben?
Was braucht es für Dich dazu?
Hast Du schon mal „getan als ob“?
Mögliche Fragen für Deine persönliche Entdeckungsreise:
Wie könntest Du Deine Vision in einem ersten kleinen Schritt beginnen umzusetzen?
Kannst Du Dir vorstellen, wie es sich anfühlt, Deine Vision zu leben?
Was braucht es für Dich dazu?
Hast Du schon mal „getan als ob“?