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Wie das Nichts der Salzwüste Botswanas deinen Geist befreit
Schon bevor wir in unser Abenteuer Lebenslust gestartet sind, haben wir viel von den Magkadigkadi Pans in Botswana gelesen und gesehen: sie zählen zu den größten Salzpfannen der Welt. Diese waren früher ein einziger, riesiger, ca. 60.000 km2 großer See ohne Abfluss, so dass sich das Salz darin konzentrierte. Nach seiner Austrocknung vor ca. 4.000 Jahren blieben diese Salzkrusten, die heutigen Salzwüsten, zurück. Heute füllen sie sich in der Regenzeit mit Wasser und die Tiere aus der Kalahari machen sich auf ihre Wanderung zu den Pfannen.
Wir starten unser erstes Abenteuer Magkadigkadi Pans Ende Juni, also in der Trockenzeit. Dazu lassen wir den Keiler Trailer auf der Farm bei Sue & Pete, unseren lieben Gastgebern, stehen und fahren nur mit dem Prado zuerst auf der Teerstraße bis nach Mmatshumo. Hier kaufen wir unser Permit für den von der Community betreuten Nationalpark und die Übernachtung dort. Unser Ziel: Lekhubu-Island oder auch Kubu-Island genannt, inmitten der Salzwüste an der Westküste der riesigen Sua-Pan. Schon kurz hinter dem Dorf beginnt die Sandpiste und wir lassen sogleich Luft aus unseren Reifen, um darauf leichter und sicherer fahren zu können. Zuerst geht es eng und tief durch Buschland, bis sich die Landschaft plötzlich öffnet und wir durch ocker-grünfarbiges Steppengras direkt auf und über eine der Salzpfannen fahren. Eine unwirkliche Landschaft aus weiß-grauer, grober Kruste, die bis zum Horizont reicht. Schon hier bin ich fasziniert, wie Nichts so schön sein kann!
Wir nutzen die von anderen Fahrzeugen gezogene Spur, da wir wissen, dass man selbst in der Trockenzeit einsinken kann. Denn man sieht der Oberfläche nicht an, wie tief und hart die Salzkruste tatsächlich ist: oft hart genug, um darauf laufen zu können, doch mit einem Fahrzeug kann diese brechen und man sinkt so tief ein, dass ein Weiterkommen oft ohne fremde Hilfe nicht mehr möglich ist. So rollen wir über die Piste und ziehen eine weiße Staubwolke aus Bull-Dust hinter uns her: pulverfeiner Staub, der das ganze Auto bedeckt und in jede Ritze dringt.
Insel im Nichts – Kubu-Island
Gefühlt unendlich geht es weiter über grenzenlose, unterschiedliche Ebenen aus Steppe und Salz, bis wir am Horizont eine Erhebung aus blassgelbem Gras, grau schimmernden Felsen und bizarren Bäumen erkennen: eine Insel im Nichts. Wir erreichen Kubu-Island von Süden her und finden auch gleich einen schönen Platz mit einem Baobab-Baum und Blick über die Salzpfanne, auf dem wir übernachten werden. Die erlaubten Stellflächen zum Campen sind mit Nummern versehen (12 an der Zahl), weit auseinander und bestehen ansonsten nur aus einer Feuerstelle (ein auf dem Sandboden mit Steinen eingekreister Bereich). Wir richten uns ein: Prado eben und mit Dachzeltblick Richtung Pfanne platzieren, Solarpanel aufstellen, schattenspendende Awing öffnen, eine Tasse von unserem in der Thermoskanne mitgebrachten Kaffee trinken, den Ausblick genießen und uns an den vielen verschiedenen bunten Vögeln und Schmetterlingen erfreuen, die bei uns vorbeischauen.
Am Nachmittag starten wir unsere erste Erkundungstour zu Fuß: Wir klettern über die großen Felsen auf den höchsten Punkt der Insel, vorbei an vielen uralten, laublosen, nur noch mit vereinzelten trockenen Fruchthülsen behangenen Baobab-Bäumen. Deren unvergleichliche Form aus knorrigem, dickem Stamm und unzähligen Verästelungen heben sich wie Scherenschnitte vom blauen Himmel ab. Dann kommen wir oben auf der Erhöhung an und der Ausblick über die Insel und in die unendliche Salzpfanne raubt uns den Atem. Was für eine Szenerie aus Formen, Farben und Licht – wir setzen uns und genießen meist schweigend diesen Anblick, bevor wir wieder zurück zum Auto gehen.
Als es langsam Abend wird, packen wir gekühlte Getränke ein und fahren am Rand des Eilands entlang ein Stück weit hinaus bis zu ein paar einzelnen Steinen, die aus der Salzkruste schauen. Hier auf einem der Felsen sitzend, umgeben von dieser unendlichen Weite, freuen wir uns an diesem wunderschönen Nichts. Nichts außer Salzpfanne bis zum Horizont und auf der einen Seite nur die Insel. Hinter dieser geht langsam die Sonne unter und wir erleben wieder mal ein unvergleichliches und unvergessliches Schauspiel: der rot-orange leuchtende Himmel lässt von der Insel schwarze Silhouetten hervorragen und die Salzpfanne um uns herum taucht in ein pastelliges Licht, Cheers!
Atmen, laufen, spüren: Eine unvergessliche Morgenrunde
Am nächsten Morgen starte ich noch vor dem Sonnenaufgang dick eingepackt (die Winternächte sind auch in Botswana kalt 😉 meine Morgenrunde in dieser unwirklichen Landschaft – noch nie bin ich gefühlt ewig gelaufen mit dem Ausblick von Nichts. Doch genau das empfinde ich jetzt gerade als eine besondere Freude: von nichts abgelenkt, nichts, was meinen Blick fokussiert, nichts, was meine Gedanken ins Rollen bringt. Nichts, nur Ich, mein Atem und das Knirschen meiner Schritte auf der Salzkruste. Nur der Wind und das Licht der aufgehenden Sonne. Geist befreit.
Erlebnisse wie diese zeigen mir, wie unterschiedlich das Bedürfnis und der Moment sein können – und wie wohltuend, bereichernd und befreiend es ist, wenn man sich auf diese einlassen kann.
Zum Schluss steige ich nochmal ein Stück weit die Insel empor und lasse mich von der Morgensonne und dem Hier und Jetzt verzaubern.
Du willst mehr über die magischen Magkadigkadi-Pans erfahren? Im Blog-Artikel „Von Salzpfannen, Stille und Sein“ erzähle ich Dir von unserer wunderbaren, erlebnisreichen 2. Tour, diesmal an die Ostseite der großen Sua-Pan, und was diese mit mir machte.
Mögliche Fragen für Deine persönliche Entdeckungsreise:
Kennst Du Freude am Nichts?
Gelingt es Dir manchmal, Deine Umgebung auszublenden und nur bei Dir zu sein?
Weißt Du, dass Du Dich auf Dein momentanes Bedürfnis und den Moment einlassen darfst?
Macht es Dich glücklich, wenn Du merkst, wieder ein bisschen mehr von Dir erfahren zu haben?
Kannst Du spüren, wenn Dein Geist frei ist?
Mögliche Fragen für Deine persönliche Entdeckungsreise:
Kennst Du Freude am Nichts?
Gelingt es Dir manchmal, Deine Umgebung auszublenden und nur bei Dir zu sein?
Weißt Du, dass Du Dich auf Dein momentanes Bedürfnis und den Moment einlassen darfst?
Macht es Dich glücklich, wenn Du merkst, wieder ein bisschen mehr von Dir erfahren zu haben?
Kannst Du spüren, wenn Dein Geist frei ist?