Geheimtipp Seelenorte: 5 einsame Nachtplätze in der wilden Natur – Episode 1

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Seelenorte
Wir lieben es, unbekannte, versteckte, wilde, unberührte Plätze zu entdecken – und dort zu übernachten. Oder auch länger zu stehen, um diesen Ort in seinen Details kennen zu lernen und zu spüren. Das ist mit ein Grund, warum wir als Overlander unterwegs sind. Meist sind das dann auch die Plätze, die für uns zu wahren Seelenorten werden. Weil sie uns tief berühren in ihrer Ursprünglichkeit, weil sie uns still werden lassen, wir uns angekommen fühlen und wir deren Schönheit und Einzigartigkeit nie vergessen werden.

Am liebsten ist uns Wildcampen, was aber nicht überall erlaubt oder möglich ist. Doch auch abseits der Touristenpfade gibt es viele Plätze auf Farmen, bei Communities oder in Nature Reserves, die Dir das Erlebnis vom wild & free Campen bieten.  
In meiner unregelmäßig erscheinenden Serie „Geheimtipp Seelenorte“ verrate ich Dir gerne einige davon. Vielleicht werden sie ja auch mal zu Deinen?

Ohrigstad Dam Nature Reserve in Südafrika

Das staatlich geführte Nature Reserve Ohrigstad Dam liegt in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga: In der Nähe finden sich einige touristische Hotspots und deren Attraktionen wie der weltberühmte, drittgrößte Canyon der Welt, der Blyde River Canyon. Oder viele tosende Wasserfälle in tiefe Schluchten. Oder ein grünes Highveld-Plateau mit kühlen Tälern und Kieferwäldern. Oder alte Goldgräber-Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben ist. Diese Orte haben wir bei verschiedenen Tagesausflügen auch besucht. Doch gelebt haben wir in unserem immer in Erinnerung bleibenden, geliebten Ohrigstad-Dam Nature Reserve. Dieser Naturpark liegt um einen Staudamm und Stausee, der die umliegenden Farmen mit Wasser versorgt.

Nachdem wir bei den Rangern am Eingangsgate unser Permit bezahlt haben, fahren wir über einen schmalen Weg am See entlang immer weiter in die wunderschöne Tiefe des Tales. Schon hier sind wir völlig beseelt von dem, was uns umgibt: grüne Berge, klares Wasser, in dem sich der Himmel spiegelt und eine willkommenheißende, friedliche Stimmung.

Irgendwann erreichen wir eine mit einem Holzzaun eingefasste Picknick-Area, ein Bereich mit ein paar Feuerstellen, Sitzbänken und einer kleinen Ablution. Und: es ist dort erlaubt, auch zu Campen! Leicht erhöht stehen wir mit unserem Keiler Trailer 2,5 Wochen über dem Ende des Stausees, in dem 7 Hippos leben und die abends zum Fressen aus dem Wasser steigen. Zwischen uns und dem See ziehen jeden Tag Herden von Büffeln, Waterbocks, Zebras und Sebelantilopen vorbei, es besuchen uns Affen und Wildboars und rundum erheben sich grüne Berge zu einer atemberaubenden Kulisse. Außer, dass tagsüber ab und zu ein paar Angler am Seeufer ihr Glück versuchen und die Ranger mal vorbeikommen, leben wir völlig allein hier. In totaler Ruhe und Abgeschiedenheit, ohne Internet, nur eins mit der Natur. Wir lieben es. Es gibt zwei 4×4 Tracks, über die man das Reserve erkunden kann. Zum Arbeiten und Kontakt mit Familie & Freunden fahren wir über einen dieser Wege gegenüber auf den Berg, da wir dort Netzempfang haben. Dann sitzen wir im Schatten unseres Lieblingsbaumes, erledigen unsere Online-Geschäfte, feiern den Sundowner und fahren anschließend wieder zurück in unsere kleine, glückliche Welt ohne Außenkontakt.

Unser Ausgangspunkt: Wir stehen mit unserem Keiler Trailer auf der 30.000 ha großen Farm Louvain in der Klein Karoo in Südafrika. Die Farm hat neben ihrer Land- und Viehwirtschaft mehrere wunderschön restaurierte Chalets zur Vermietung, eine Kirche und einen Festsaal für Hochzeiten sowie etwas abgelegen inmitten eines schattenspendenden Waldes auch einen Campingplatz. Direkt von hier starten wir unser Abenteuer auf den Spuren der alten Voortrekker:

Wir kraxeln mit unserem Prado langsam auf dem steilen, sehr raffen 4×4 Oxwagon Track, der sich von der Farm über die Outeniqua-Berge schlängelt. Dieser Alte Voortrekker-Pass war etwa 100 Jahre lang (von etwa 1772 bis in die späten 1800-er Jahre) eine wichtige Handelsroute zwischen der Küste und dem Langkloof. Nach gefühlt unendlich vielen Kurven, Aufs und Abs erreichen wir den höchsten Punkt des Passes mit einem einmaligen Panoramablick von den Swartbergen im Norden über Berge und Täler bis zur Küste im Süden.

Der Tag neigt sich langsam zu Ende, wir genießen die letzten Sonnenstrahlen und diesen atemberaubenden Platz. Die untergehende Sonne auf der einen Seite und der aufgehende Vollmond auf der anderen zaubern eine mystisch unwirkliche Stimmung „on the top of the world“. An einem solchen Platz in einer klaren, windstillen Vollmondnacht im Dachzelt zu übernachten ist für uns ein unvergleichliches, unvergessliches Erlebnis und ein Privileg! Vor Tagesanbruch treibt es mich aus dem Bett und es folgt das Schauspiel umgekehrt: die aufgehende Sonne und der untergehende Mond schaffen ein ganz besonderes Licht- und Farbenerlebnis – ich liebe diese Momente. Nach einem heißen Kaffee in der Morgensonne geht’s den gleichen Weg über den Pass zurück zum Keiler Trailer. Ansonsten würden wir den Pass weiter auf dem angeblich noch anspruchsvolleren Track bis zum Meer runterfahren. Das machen wir dann beim nächsten Mal 🙂

Kukome Island (auch Kukonje Island genannt) in Botswana

Diese vergessene Insel liegt in den Magkadigkadi Pans, genauer an der Ostseite der Sua-Pan in Botswana. Auch hier lassen wir unseren Keiler Trailer auf einer Farm stehen und gehen nur mit dem Prado auf Tour. Von der A30 im Süden der Salzpfanne geht’s links in einen schmalen Pfad, der uns immer weiter ins Landesinnere führt. Dann biegen wir an einem verfallenen Veterinär Checkpoint in die Salzwüste und in ein Meer aus weißer Kruste bis zum Horizont ein.

Plötzlich taucht die Insel vor uns auf – heute verlassen und einsam wurden früher die auf dem Eiland verteilten Freiflächen als Campsites von der lokalen Community verwaltet. Wir fühlen uns sofort eingenommen von der Atmosphäre, Einsamkeit und der Szenerie aus Baobab-Bäumen, Steppengras und Salzwüste. Am Rande der Pan liegt auf einer kleinen Anhöhe der alte Campsite 1, unser Seelenplatz für die nächsten Tage. Kannst Du Dir vorstellen, wie unglaublich ergreifend es ist, hier unter den laublosen Silhouetten der uralten Bäume in der absoluten Stille und nur mit den Geräuschen der Natur umgeben zu übernachten? Mehr über diesen stillen Ort und was er mit uns machte, findest Du hier im Blog-Artikel Von Salzpfannen, Stille und Sein“

Mirabib im Namib Naukluft Park in Namibia

Namibia, das Land der unendlichen Weiten. Wir kommen von Swakopmund und Walvis Bay an der Küste und fahren über die Gravelroad und grenzenlose Landschaften wieder ins Landesinnere. Dann biegen wir rechts ab, weg von der Hauptroute rein in die Endlosigkeit des Namib Naukluft Parks. Nach einigen holprigen Kilometern sehen wir eine Felsformation am Horizont – unser Ziel. Wir passieren den Wendekreis des Steinbocks (Tropic of Capricorn) und kommen dann unserem „Fels in der Brandung“ immer näher.

Angekommen fahren wir zuerst fast einmal um diesen herum und suchen uns ein schönes Plätzchen für die Nacht aus. Rund um die Felsformation gibt es 5 weit auseinander liegende „Campsites“, das sind Stellen, an denen man übernachten und ein Feuer machen darf, mehr gibt es hier nicht. Das Permit für den Naukluft Namib Park und das Mirabib Camp haben wir vorher im Wildlife Office in Walvis Bay gekauft. Eine Kontrolle vor Ort gab es keine, doch wir unterstützen gerne diese Organisationen und die Community mit dem Permit.

Dann erklimmen wir von unserem Standplatz aus den Felsen und bestaunen in der untergehenden Sonne einen sagenhaften 360 Grad Blick über die Wüste Namibias. Es fühlt sich unwirklich an, mitten im Nirgendwo zu stehen und diese wunderschöne, reduzierte Natur erleben zu dürfen. Nach einer guten Nacht in der absoluten Ruhe steige ich noch vor Sonnenaufgang erneut hoch, mache auf einer Felsplattform meine Yoga-Übungen und heiße den Tag mit der aufgehenden Sonne willkommen. So schön.

Namaqualand NP an der West Coast in Südafrika

Der Namaqualand National Park ist berühmt für seine Blumen, die jedes Jahr im Frühling nach den ersten Regenfällen die sonst trockene Wüste in ein blühendes Meer verwandeln. Wir wählen für dieses Mal den Teil des Parks aus, der sich an der Westküste des Landes am Südatlantik anschmiegt. Nachdem wir das Park-Gate passiert haben, fahren wir über einen meist sandigen Track weiter Richtung Meer. Und obwohl es an diesem Nachmittag bewölkt ist, begrüßen uns rechts und links vom Weg schon die ersten leuchtenden Blumen in allen Farben.

Hier im Park gibt es direkt an der Küste 10 Camp-Areas mit je 2 bis 6 Stellplätzen, von denen jeder über einen runden Kral aus Steinen für Feuer und windgeschütztes Sitzen verfügen. Ansonsten hat man auch hier alles mitzubringen: genügend Sprit und Wasser, Essen und Feuerholz. Wir stehen während unserer 4 Tage im NP auf zwei verschiedenen Areas immer ganz vorne direkt an der Brandung und erleben eine unvergessliche Zeit:

Gesammelte Lipp-Muscheln kochen, nach Walen Ausschau halten und Sundowner genießen. Über den Coastal Track diese wunderbare Landschaft erkunden und nicht glauben können, was wir sehen: tosendes Meer, schroffe Küste und strahlend bunte Blumen bis ans Wasser. Kleine und große Tiere und einsame Sandstrände. Faszinierende Himmelsformationen aus Wolken und glühender Sonne. Nichts als wilde Natur. Wir atmen reinigende Salzluft und jeden Augenblick ganz tief in uns ein. Noch nie haben wir ein solches Naturschauspiel so hautnah und mittendrin, bei Tag und bei Nacht erlebt.

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